Nachrichten vom PMG

Masterclass 2014

 

Bereits das dritte Mal fand in diesem Jahr die sogenannte „Masterclass“ am Philipp-Melanchthon-Gymnasium Schmalkalden (PMG) statt. Eine Veranstaltung für die Schüler, die Begriffe wie  Leptonen, Bosonen, Quarks und Gluonen nicht abschrecken, sondern die für einen Tag in die Welt der Kernphysik eintauchen wollten.

 
     

„Hintergrund der Masterclass waren unter anderem meine beiden Weiterbildungen am CERN in Genf im Oktober 2011 und 2013.“, berichtet Dieter Fräbel, Mathematik- und Physiklehrer am PMG Schmalkalden, über die Entstehung der Veranstaltung. In der Großforschungseinrichtung habe er dann Kontakte zu Wissenschaftlern geknüpft, die mit dem „Netzwerk Teilchenwelt“ zusammenarbeiten. In weiterer Kooperation mit der Fachhochschule Schmalkalden und der Universität Würzburg wurde dann die Masterclass am PMG eingeführt.

 

Am Dienstag, 15.07., fanden sich 33 Teilnehmer der Klassen 8 bis 10 im Computerraum des Gymnasiums ein. Die Fachhochschule Schmalkalden konnte dieses Jahr aufgrund der Prüfungszeit leider nicht genutzt werden, doch „dank des Informatiklehrers Andreas Albrecht haben wir die Bedingungen für diesen anspruchsvollen Event an unserer Schule erfüllen können“, so Fräbel.

 

Unter der Leitung von Doktorand Manuel Schreyer und dessen Assistenten Dominik Köth, beide Physiker an der Universität Würzburg, konnten sich die Schüler von 9.00 bis 15.30 Uhr über die neuesten Erkenntnisse der modernen Teilchenphysik informieren. Die Teilnehmer lernten unter anderem den sogenannten „Elementarteilchenzoo“, das Standardmodell der Physik und den Aufbau sowie die Wirkungsweise des „Large Hadron Collider“ (LHC-Teilchenbeschleuniger in Genf) kennen. Des weiteren nutzten sie Echtdaten von Protonenkollisionen im „LHC“, um  das Verhältnis von zwei Bosonenarten zu bestimmen. Für die Nicht-Physiker unter uns: Bosonen sind Austauschteilchen, die bei der schwachen Wechselwirkung beim Spontanzerfall von Atomen eine Rolle spielen. Am PMG konnten auch Hinweise auf Higgs-Bosonen gefunden werden.

 

Nach der Zusammenfassung und der Auswertung neigte sich die Veranstaltung dem Ende zu. Die Schüler hatten anschließend Zeit, Manuel Schreyer noch viele knifflige Fragen zu stellen, die dieser kompetent beantwortete.

 

Doch warum liegt dem Gymnasium Schmalkalden so viel an dieser „Masterclass“?  „Ein Gymnasium muss seinen naturwissenschaftlich interessierten Schülern auch einen Einblick in die moderne Physik gewähren und zeigen, woran momentan international geforscht wird.“, stellt Dieter Fräbel klar, „Und wenn dann ein oder zwei Schüler eines Jahrgangs auch noch Physik studieren wollen, habe ich mein Ziel erreicht.“ Wer weiß, vielleicht wird in ein paar Jahren mal ein ehemaliger Schüler des PMG an einer bedeutenden physikalischen Entdeckung beteiligt sein?! Wer genau dieser eine Schüler sein möchte, sollte auf jeden Fall wieder an der „Masterclass“ im nächsten Jahr teilnehmen.

 

Cynthia Gutschmann, Klasse 10/4

 

   
© Philipp-Melanchthon-Gymnasium