Nachrichten vom PMG

Dem Wahrheitswert der Werbung auf der Spur

 

 

Zufallsexperimente, Baumdiagramme, Binomialverteilung – dies sind Begriffe, die einem Zehntklässler am Gymnasium des Öfteren begegnen. Dass jedoch nicht nur ödes Rechnen mit Wahrscheinlichkeitsrechnung verbunden sein muss, wollte eine 10. Klasse des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums Schmalkalden (PMG) zusammen mit der Pestalozzischule beweisen.

 

„In jedem siebten Ei ist eine Rio 2 Figur.“ Stimmt das mit der Werbung für die Überraschungseier? Dies herauszufinden, machte sich die Klasse 10/4 vom PMG zur Aufgabe ihrer letzten Mathematik-Stunden in diesem Schuljahr. Nach einigen Vorbereitungen im Unterricht wurde ein Experiment realisiert.

 

Die vierte Stunde hatte gerade begonnen, als sich die Klasse zusammen mit Mathematiklehrer und Fachschaftsleiter Dieter Fräbel zum Kaufland begab. Wie zuvor geplant, wurden 98 „Kinder-JOY-Eier“ gekauft. Mit Hilfe des modernen Taschenrechners wurden zufällig die Paletten bestimmt, aus denen die Eier ausgewählt wurden.

 

Als dies getan war, lief die Klasse bepackt mit vielen Überraschungseiern zur Pestalozzischule. Dort erwarteten sie fünf Schüler der Klasse W2 zusammen mit ihren Lehrerinnen Jana Langguth und Nadine Holland-Moritz. Nachdem das Experiment anschaulich erklärt wurde, bildeten sich kleine Gruppen von jeweils vier Gymnasiasten und einem Förderschüler. Gemeinsam öffneten sie die Eier und begutachteten die enthaltene Überraschung. Alle Rio 2 Figuren, nach denen im Experiment gesucht wurde, wurden auf einem Tablett sichergestellt.

 

Anschließend wurden die Figuren von allen gemeinsam laut gezählt. 18 Stück waren es am Ende. Da der Leitspruch des „Kinder JOY“ verspricht, dass sich in jedem siebten Ei eine solche Figur des Kinofilms „Rio 2“ befindet, hatte die Klasse berechnet, dass der optimale Wert 14 sein muss, da 98 geteilt durch 7 gleich 14 ergibt. Daraus wurde mathematisch der Annahmebereich 7 bis 21 ermittelt. Hätten sich weniger als 7 oder mehr als 21 Figuren darin befunden, wäre der Werbeslogan abgelehnt worden. Da die Zahl 18 im Annahmebereich liegt, wurde der Slogan akzeptiert.

 

Nach diesem anstrengenden Rechnen und Zählen folgte das, auf was sich die Schüler schon den ganzen Tag gefreut hatten, nämlich das Essen der Schokoeier. Bevor sich die Schüler des PMG wieder zurück an ihre Schule begaben, verbrachten sie gemeinsam mit den Förderschülern die Pause und spielten unter anderem Tischtennis zusammen.

 

Insgesamt betrachtet, war es ein schöner Tag für die beteiligten Schüler und Lehrer. Nicht nur das mathematische Verständnis wurde durch praxisorientierten Unterricht gestärkt, sondern auch die Beziehungen zwischen Schülern unterschiedlicher Schultypen.

 

 

Cynthia Gutschmann (Klasse 10/4)

   
© Philipp-Melanchthon-Gymnasium